Erziehung + Bindung

 

Seit geraumer Zeit sind wir in der Gesellschaft zu der Ansicht gelangt, elterlichen Erziehung mit bestimmten Fertigkeiten gleichzusetzen. Dies erscheint durchaus logisch, aber tatsächlich ist es ein verhängnisvoller Fehler. Denn dies führt zu einer künstlichen Abhängigkeit von Experten, raubt vielen Eltern ihr natürliches Selbstvertrauen und vermittelt ihnen oftmals das Gefühl, unfähig und der Aufgabe nicht gewachsen zu sein.
Wir neigen zu der Annahme, dass unsere Kinder deshalb nicht auf uns hören, weil wir nicht wissen, wie wir sie dazu bringen können und dass sie uns nicht folgen, weil wir noch nicht die richtigen Tricks gelernt haben oder dass sie nicht genügend Respekt vor Autoritäten haben, weil wir als Eltern es ihnen nicht beigebracht haben, respektvoll zu sein.
Uns entgeht die grundlegende Tatsache, dass das Wichtigste nicht die Fähigkeiten der Eltern oder die Eigenschaften des Kindes sind, sondern die Beziehung zwischen dem Kind und der erwachsenen Person, welche die Verantwortung übernimmt.

 

Elternschaft ist v.a. eine Frage der Beziehung, keine Fertigkeit, die wir erlernen können oder müssen.

Die Bindung zum Kind ist kein Verhalten, das wir lernen, sondern eine Verbindung, die wir suchen müssen.

Verantwortung

Bindung schützt das Kind vor Verletzungen durch andere, wie z.B. anderen Kindern. Gleichzeitig macht es sie aber gegenüber der Bindungsperson sehr verletzlich.

Das heißt, dass es sehr sensibel auf die Worte und Gesten der Bindungsperson reagiert. Würde diese es herabsetzen, bloßstellen oder sich geringschätzig über es äußern, so würde dies das Kind am Boden zerstören.
Bindung wirkt nach innen und nach außen: Nach innen macht sie verletzlich, nach außen unverletzlich.

Viele der Texte und Inhalte sind aus dem Buch: "Unsere Kinder brauchen uns" von Gordon Neufeld entnommen. Ein Buch das ich jedem ans Herz legen möchte.