Aufmerksamkeit

Der Umgang mit einem Kind, das uns keine Aufmerksamkeit schenkt, ist extrem frustrierend.

Das Kind dazu zu bewegen, uns anzusehen und auf uns zu hören, ist die Basis aller elterlichen Erziehung.
Die Prioritätenvergabe bei der Aufmerksamkeit erfolgt durch überwiegend unbewusste Dynamiken im kindlichen Gehirn. Ist das Kind vor allem hungrig, so wird Essen seine Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Ist sein Bedürfnis sich zu orientieren am dringlichsten, so wird es nach Vertrautem suchen. Ist es alarmiert, so wird es mit aller Aufmerksamkeit nach möglichen Unstimmigkeiten suchen. Die Bindung ist in der Welt des Kindes allerdings das Allerwichtigste und spielt daher bei der Steuerung seiner Aufmerksamkeit eine zentrale Rolle.
Die Aufmerksamkeit folgt im Wesentlichen der Bindung.

Je stärker die Bindung, desto leichter können wir uns der Aufmerksamkeit des Kindes versichern.

Ist die Bindung schwach, so ist die Aufmerksamkeit des Kindes entsprechend schwierig zu erlangen.

Aus Sicht des Kindes macht es kaum einen Unterschied, ob die Eltern körperlich anwesend bleiben, wenn sie auf Grund von Stress, Sorgen, Depression oder weil etwas anderes sie vollständig in Beschlag nimmt, emotional abwesend sind.

Die nach außen gezeigten Reaktionen der Kinder werden die gleichen sein, da es für sie nicht nur um die körperliche Anwesenheit der Mutter oder des Vaters geht, sondern auch um die emotionale Zugänglichkeit der Eltern (Rückzugsdynamik)

Rückzugsdynamik:
Kinder, die in Beziehung zu ihren Eltern viel Unsicherheiten erleiden, werden die defensive Entfremdung zu ihrer Grundhaltung machen, um sich unverletzlich zu fühlen. Die Erfahrung der Abwesenheit ist so schmerzhaft, dass das Kind, um solchen Schmerz künftig zu vermeiden, sich in einen Panzer aus verhärteten Gefühlen verschließt, der undurchlässig ist für Liebe und damit auch für Schmerz.

Sind die Eltern die aktiven Bezugspersonen des Kindes, so wird durch ihre Liebe und ihr Verantwortungsbewusstsein normalerweise sichergestellt, dass das Kind sich nicht zu solchen verzweifelten Schritten gezwungen sieht.

Viele der Texte und Inhalte sind aus dem Buch: "Unsere Kinder brauchen uns" von Gordon Neufeld entnommen. Ein Buch das ich jedem ans Herz legen möchte.