die natürliche Autorität der Eltern

 

diese Autorität ergibt sich nicht durch Druck oder Zwang, sondern spontan aus einer angemessen ausgerichteten Beziehung zum Kind. Sie ergiebt sich, wenn alles seine natürliche Ordnung hat, und zwar mühelos und ohne Druck .

Druck werden wir tendenziell dann ausüben, wenn uns die elterliche Autorität fehlt. Je mehr Autorität die Eltern haben, desto weniger müssen sie in der täglichen Erziehung auf Druckmittel zurückgreifen. Je weniger Autorität wir haben, desto mehr werden wir uns umgekehrt genötigt sehen, laut zu werden und streng zu sein, zu drohen und Druck auszuüben, damit unsere Kinder unsere Forderungen erfüllen.

 

Der Autoritätsverlust der Eltern von heute hat dazu geführt, dass es in der Erziehungsliteratur vorrangig um Methoden geht, die in fast jedem anderen Zusammenhang als Bestechung oder Drohung angesehen werden würden. Wir tarnen und beschönigen solche Anzeichen unserer Ohnmacht, indem wir von Belohungen oder von logischen Konsequenzen sprechen.

 

Um als Eltern unsere Aufgabe erfüllen zu können, brauchen wir Autorität.

Warum? Weil wir Verantwortung haben. Der Verantwortung ohne Autorität gerecht zu werden, war nie vorgesehen.

Viele  von uns sind inzwischen nicht mehr in der Lage, die Aufmerksamkeit unserer Kinder zu erlangen, ihren guten Willen zu wecken und uns ihre Kooperation und ihren Respekt zu sichern. Ohne dem bleiben uns nur Bestechung oder Zwang.

 

Elterliche Macht

Das Geheimnis der elterlichen Macht liegt darin, dass die Kinder ihre Eltern brauchen.

Wenn sie zur Welt kommen, sind Kinder völlig hilflos und unfähig, sich allein zurecht zu finden. Da sie allein nicht überlebensfähig sind, brauchen sie Menschen, die sich um sie kümmern, sie führen und leiten, unterstützen und annerkennen, ihnen ein Gefühl des Zuhauseseins und der Zugehörigkeit vermitteln. Kinder sind also grundsätzlich auf Bezugspersonen angewiesen, aber das müssen nicht unbedingt die Eltern sein (eine natürliche Flexibilität ist wichtig, falls diese ausfallen). Unsere elterliche Autorität beruht also nicht darauf, wie sehr unsere Kinder generell auf andere Menschen angewiesen sind, sondern darauf, wie wichtig speziell wir für sie als Bezugspersonen sind.

 

Führung

Manche Eltern vermeiden es, die Führung zu übernehmen. Es ist für die Entwicklung der Kinder zwar wichtig, dass wir ihnen, ihrem Alter und ihrer Reife entsprechend, Wahlmöglichkeiten lassen, aber Eltern, die aus Prinzip vermeiden, Anweisungen zu geben, geben letztlich ihre Erzieherrolle auf. Bei fehlender elterlicher Weisung werden die meisten Kinder nach einer Ersatzquelle suchen, und dies werden wahrscheinlich ihre Gleichaltrigen sein.
Ein Kind zu lenken, das nicht auf uns hört, ist schwierig genug. Der Versuch ein Kind zu lenken, das unter der Kontrolle von jemand anderem steht, ist nahezu aussichtslos. Wir sollten nicht durch jemand anderen ersetzt werden, der Anweisungen gibt, sondern nur durch die Reife: die Fähigkeit eines erwachsenen Menschen, eigene Entscheidungen zu treffen und die beste Vorgehensweise für sich zu wählen.

Viele der Texte und Inhalte sind aus dem Buch: "Unsere Kinder brauchen uns" von Gordon Neufeld entnommen. Ein Buch das ich jedem ans Herz legen möchte.